Organizational Change Management für SAP-S/4HANA-Transformationen
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Die Umstellung eines Unternehmens auf eine neue ERP-Software wie SAP S/4HANA ist nicht nur eine technische Herausforderung. Auch und gerade der »Faktor Mensch« spielt eine zentrale Rolle: Dass die Mitarbeiter, die Führungskräfte, ja, alle beteiligten Stakeholder Verständnis für das Projekt entwickeln und es möglichst aktiv unterstützen, ist eine wichtige Voraussetzung für dessen erfolgreiche Umsetzung. Organizational Change Management (OCM) ist eine wertvolle Hilfe, um diese Herausforderung zu meistern.
In diesem Buch stellt eine erfahrene Organizational Change Managerin für alle, die an verantwortlicher Stelle an einem S/4HANA-Transformationsprojekt teilnehmen, den Einsatz von OCM in einem derartigen Prozess systematisch dar. Sie erklärt den grundlegenden Ansatz, der hinter diesem Konzept steht, und geht darauf ein, was Sie bei der Umsetzung im konkreten Fall berücksichtigen müssen. Ausführlich widmet sie sich dem Thema Stakeholder: wie Sie mit ihnen kommunizieren und sie so für die Veränderung begeistern. Ebenso gibt es ausführliche Kapitel über Training und Fortbildung sowie zu den Erfolgsfaktoren, die in Ihrem Team den Change-Prozess befördern. Alle Themen veranschaulicht die Autorin anhand von Praxisbeispielen aus eigener Erfahrung. So entwickeln Sie eine klare Vorstellung, wie Sie den »Fahrplan« für Ihr eigenes Transformationsprojekt aufstellen.
- Gründliche Einführung in Change Management
- Viele konkrete Tipps zur Stakeholderkommunikation
- Alles zum Thema Training und Fortbildung
- Maximaler Lerneffekt durch positive und negative Praxisbeispiele
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2.1 Vision und Ziele der Veränderung
Die Visionen vom Arbeiten mit einem neuen SAP-System variieren. Alles ist denkbar zwischen »Wir führen eine verlässliche und mit den Lieferanten kompatible SAP-Lösung ein, um uns weiter zu professionalisieren« über »Wir gehen auf SAP S/4HANA, weil unsere alte Lösung ab 2028 nicht mehr unterstützt wird« bis hin zu »Wir harmonisieren Prozesse und Systeme im Konzernverbund und möchten dadurch Synergieeffekte erzielen und die Kosten senken.« Sie sehen: Einige klingen recht pragmatisch, andere motivierender.
Für den Organizational Change Manager ist es wichtig, diese Vision des Unternehmens für das Projekt zu kennen. Bringen Sie in Erfahrung, wie man sie durch die Neuerungen umzusetzen gedenkt, und nutzen Sie sie ab diesem Zeitpunkt als die wichtigste Leitplanke für die Veränderungskommunikation und die Trainings. Die Vision umfassend zu benutzen, hilft, das »Warum« der Veränderung verständlich zu machen. Auch wenn es sich um etwas so Banales handelt wie Kosteneinsparungen.
Sollte es keine Projektvision geben, sollte das OCM-Team eine solche mit der Geschäftsführung und den Projektleitenden entwerfen und abstimmen. Schon bei der ersten Kommunikation zum Projekt wird sie Verwendung finden. Eine Vision sollte kurz und prägnant sein. Im besten Fall ist sie auch leicht zu merken.
Projektmetaphern: Von Neubauten und Schiffsflotten
Die besondere Bedeutung eines SAP-Projekts für das Unternehmen wird häufig durch zukunftsorientierte oder zweck-verdeutlichende Projektnamen unterstrichen. Dazu kommen eigens für das Projekt konzipierte Logos und Designs für Unterlagen, die sich teilweise vom üblichen Design der Firmenmaterialien abheben. Auch Metaphern sind gebräuchlich, die auf einfache Weise zeigen, wie das Projekt zu sehen ist – und auch, wie es sich anfühlen mag. Beispielsweise ließe sich ein SAP-Projekt mit der Sanierung eines Hauses vergleichen: Noch während Menschen darin wohnen, werden das Fundament und alle wichtigen Leitungen ausgetauscht. Das ruckelt und wackelt und ist nicht immer angenehm, verbessert jedoch langfristig die Wohnqualität und ertüchtigt das Gebäude. Oder rollen Sie im Verbund mit anderen Konzernunternehmen SAP S/4HANA aus? Dann lässt sich das mit einer Flotte von Schiffen vergleichen. Alle wollen in denselben Hafen. Jedes für sich wird dafür Klippen umschiffen, Unwetter durchfahren etc. Doch alle fahren im Verbund und werden sich gegenseitig unterstützen.
Dank Bildsprache und Kontextualisierung erlangen auch Stakeholder, die von der Veränderung nicht direkt betroffen sind, ein Grundverständnis des komplexen Projekts.

