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Schnelleinstieg ins Qualitätsmanagement mit SAP S/4HANA QM

Schnelleinstieg ins Qualitätsmanagement mit SAP S/4HANA QM

Part of:

Language

German

Pages

292

Edition

2

Level

Beginner

ISBN

9783960125051

ISBN Print

9783960124337

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Seit vielen Jahren ist das SAP-Modul QM für viele Unternehmen ein nützlicher Helfer bei der Qualitätssicherung. SAP S/4HANA und die Einführung der Fiori-Oberfläche haben auch hier eine Reihe von Verbesserungen gebracht. Die Neuauflage dieser kompakten Einführung in SAP QM wirft daher unter anderem einen intensiven Blick auf die neuen Apps und Funktionalitäten, die wir den Entwicklungen der letzten Jahre verdanken. So ist das Buch für diejenigen, die sich erstmals mit den Möglichkeiten von SAP QM vertraut machen, ebenso wertvoll wie für alle, die bisher die ECC-Version des Moduls im Einsatz hatten und nun auf SAP S/4HANA umsteigen. Nach einer kurzen Einführung in das Qualitätsmanagement mit SAP erhalten Sie einen Einblick in die Pflege der Grund- und Stammdaten sowie in die Vorgaben für die Prüfplanung. Anschließend lernen Sie den Ablauf der QM-Prozesse in den verschiedenen Szenarien des Unternehmensalltags kennen: im Einkauf, in der Produktion und im Vertrieb. Sie erfahren, wie das Abweichungsmanagement mittels Fiori-Apps und die Zeugniserstellung funktionieren. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit begleitenden Abläufen wie Prüfmittelverwaltung, Stabilitätsstudien, wiederkehrenden Prüfungen oder dem Auditmanagement. Am Ende haben Sie einen umfassenden Überblick über die große Palette an Funktionalitäten, die Ihnen QM unter SAP S/4HANA bietet.

  • QM-Prozesse von der Prüfplanung bis zur Zeugniserstellung
  • Grund- und Stammdaten für das Qualitätsmanagement
  • Fehler- und Reklamationsbearbeitung mittels Qualitätsmeldungen
  • Neue Möglichkeiten durch den Einsatz von Fiori-Apps

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2.2.1 Materialstamm

Der Materialstamm ist der zentrale Stammdatensatz für alle Abläufe im SAP-System. Hier hat jedes Modul diverse eigene Sichten das Modul QM begnügt sich im Normalfall mit einer einzigen Sicht. Nur wenn die Chargenverwaltung im Einsatz ist, müssen eventuell noch weitere Sichten gepflegt werden.

Die meisten Sichten im Materialstamm werden werksabhängig gepflegt. Somit ist gewährleistet, dass beim Einsatz eines Materials in mehreren Werken unterschiedliche Einstellungen möglich sind. Es ist jedoch zu beachten, dass für viele Sichten neben den werksabhängigen auch werksübergreifende Einstellungen notwendig sind. Sofern Letztere geändert werden, muss dies ggf. an andere Werke kommuniziert werden.

Grundlegende Einstellungen in der Sicht »Qualitätsmanagement«

Mit der Fiori-App »Material ändern« (siehe Abbildung 2.50) erreichen Sie den Materialstamm in Ändern-Modus.

Abbildung 2.50: Material anlegen/ändern/anzeigen

Abbildung 2.50: Material anlegen/ändern/anzeigen

Nach Eingabe des Materials und Auswahl der Sicht Qualitätsmanagement (siehe Abbildung 2.51) sehen Sie das gleichnamige Register (siehe Abbildung 2.52), das in zwei Hauptbereiche untergliedert ist:

  • Allgemeine Daten sowie
  • Beschaffungsdaten.

Abbildung 2.51: Materialstamm – Qualitätsmanagementdaten auswählen

Abbildung 2.51: Materialstamm – Qualitätsmanagementdaten auswählen

Abbildung 2.52: Materialstamm – Sicht »Qualitätsmanagement«

Abbildung 2.52: Materialstamm – Sicht »Qualitätsmanagement«

Im Folgenden möchte ich Ihnen kurz die Bedeutung der einzelnen Felder beschreiben.

Bereich Allgemeine Daten
  • Die Basismengeneinheit wird im Allgemeinen von der Logistik eingetragen und lässt sich nicht mehr ändern, sobald Arbeits- oder Prüfpläne für das jeweilige Material erstellt wurden.
  • Das Material wird in der Ausgabemengeneinheit vom Lager ausgegeben. Diese Einstellung ist optional.
  • Über das Feld QM-MatBerechtigung steuern Sie, wer die Prüfabwicklung für ein Material durchführen darf. Auch können Sie hier eine digitale Signatur aktivieren. Diese wird dann während der Ergebniserfassung eines Prüfloses verlangt, und zwar je nach Einstellung im Customizing nach der Bewertung der Prüfmerkmale und/oder nach Treffen des Verwendungsentscheids. Normalerweise ist dazu die Eingabe des SAP-Logon-Passworts des Users notwendig.
  • Unter WE-Bearbeit.-Zeit tragen Sie die benötigte Zeit vom Wareneingang bis zum Verwendungsentscheid der Qualitätsprüfung (in Tagen) ein. Die eingegebene Zeit wird vom System bei der Disposition des Materials berücksichtigt.
  • Das Berichtsschema ordnet einer Fehlermeldung Kataloge zur Fehlererfassung, zu Maßnahmen und Fehlergründen etc. zu. Diese Einstellung erfolgt normalerweise im Customizing. Wenn Sie jedoch im Materialstamm ein Berichtsschema eintragen, werden die darin zusammengefassten Kataloge für alle Meldungen zu dem jeweiligen Material herangezogen. Dies gilt nicht nur für Qualitätsmeldungen, sondern auch für Service- oder Instandhaltungsmeldungen. So können Sie mit dieser Einstellung diejenige des Customizings materialabhängig überschreiben.
  • Der Werksspez. MatStatus bestimmt, welche Aktionen mit einem Material vorgenommen werden können. So lässt sich dessen Verwendung für bestimmte Abläufe (z.B. Beschaffung oder Produktion) beeinflussen.
  • Das Kennzeichen Dokumentationspflichtig sollte immer gesetzt werden, denn damit werden Änderungen am Prüflos oder am Verwendungsentscheid in Änderungsbelegen dokumentiert.
  • Diese Eingabe des Prüfintervalls ist nur wirksam, wenn das Material in Chargen geführt wird. In dieses Feld wird der Zeitabstand in Tagen bis zur nächsten wiederkehrenden Prüfung hinterlegt. Wird hier ein Intervall hinterlegt, trägt das System bei der Anlage einer Charge das Datum der nächsten wiederkehrenden Prüfung in den Chargenstamm ein. Das Datum berechnet sich aus dem Buchungstag (oder Tag des Verwendungsentscheids) plus der Anzahl der eingetragenen Tage.
Bereich Beschaffungsdaten
  • Ist die Funktion QM in Besch. aktiv aktiviert, ist das Qualitätsmanagement für alle Werke eines Mandanten wirksam. Das bedeutet aber nicht, dass die Qualitätsprüfung aktiv ist! Das Kennzeichen besagt, dass an den Beschaffungsprozess Anforderungen gestellt werden, die auf Werksebene über den QM-Steuerschlüssel näher spezifiziert werden.
  • Der QM-Steuerschlüssel bestimmt, welche Konditionen für das Qualitätsmanagement in der Beschaffung gelten. Abhängig vom Steuerschlüssel (StSchl.), den Sie hier eingeben, sind weitere Daten zu pflegen (siehe Abbildung 2.53).

Abbildung 2.53: Steuerschlüssel – Beschaffung

Abbildung 2.53: Steuerschlüssel – Beschaffung

  • Haben Sie unter QM-Steuerschlüssel (siehe Abbildung 2.52) eingetragen, dass ein Qualitätszeugnis für das Material erforderlich ist, geben Sie in dem Feld Zeugnistyp vor, welcher Typ vom Lieferanten angefordert wird. Der über das Customizing einstellbare Zeugniseingang muss bereits beim Wareneingang bestätigt werden. Ist kein Zeugnis vorhanden, kann das Material zwar geprüft werden, ein Verwendungsentscheid ist allerdings nicht möglich. Abbildung 2.54 zeigt eine Auswahl der in SAP QM zur Verfügung stehenden Zeugnistypen. Sie können diese nach Ihren Bedürfnissen anpassen und ergänzen.

Abbildung 2.54: Mögliche Zeugnistypen

Abbildung 2.54: Mögliche Zeugnistypen

  • Durch den Schlüssel Soll-QM-System (siehe Abbildung 2.52) und die dazugehörige Beschreibung definieren Sie aus der Position des Kunden einer Lieferbeziehung heraus die Anforderungen an das QM-System des Lieferanten. Das System prüft in diesem Fall, ob ein entsprechendes QM-System im Lieferantenstammsatz eingetragen ist. Im negativen Fall wird bei einer Anfrage an den Lieferanten eine Warnung ausgegeben, bei allen anderen Beschaffungsaktivitäten erfolgt eine Fehlermeldung.
  • Das Kennzeichen Techn. Lieferbed. besagt, dass dem Material technische Lieferbedingungen zugeordnet sind, die in der Dokumentenverwaltung hinterlegt wurden.

Technische Lieferbedingungen

Das Kennzeichen für technische Lieferbedingungen wird automatisch gesetzt, wenn die SAP-Dokumentenverwaltung sowie ein Steuerschlüssel, der technische Lieferbedingungen erfordert, aktiv sind.

Prüfeinstellungen

Über den Button (siehe Abbildung 2.52) werden die für das jeweils ausgewählte Material und Werk gültigen Prüfarten aktiviert. Es öffnet sich daraufhin das in Abbildung 2.55 gezeigte Fenster.

Abbildung 2.55: Prüfeinstellungen des Materials

Abbildung 2.55: Prüfeinstellungen des Materials

Den bereits hinterlegten Prüfarten können Sie neue zuordnen, indem Sie unten rechts auf den Button Prüfarten klicken und dann die neu anzulegende Prüfart über die Suchhilfe wählen (siehe Abbildung 2.56).

Abbildung 2.56: Prüfarten zuordnen

Abbildung 2.56: Prüfarten zuordnen

Erst wenn Sie für die gewählte Prüfart einen Haken in der Checkbox Aktiv (siehe Abbildung 2.55) gesetzt haben, erzeugt das System für diese Prüfart ein entsprechendes Prüflos.

Bevorzugte Prüfart

Sofern Sie eine eigendefinierte Prüfart oder mehrere Prüfarten der gleichen Prüflosherkunft (z.B. »Prüfen beim Wareneingang« und »Erstmusterprüfung beim Wareneingang«) nutzen möchten, muss eine Prüfart als bevorzugt gekennzeichnet werden. Dies ist normalerweise dann notwendig, wenn eine andere als die SAP-Standard-Prüfart (also eine eigendefinierte Prüfart) ausgewählt wird.

Die Detailinformationen zu einer Prüfart werden im Customizing voreingestellt, können jedoch pro Material separat angepasst werden.

Die Bedeutung der einzelnen Felder in den Detailinformationen (siehe Abbildung 2.55) möchte ich Ihnen hier kurz erklären:

  • Die Checkbox In Q-Bestand Buchen ist nur für bestandsrelevante Prüfarten auswählbar. Manuell angelegte Prüflose verwalten keinen Bestand. Wird diese Checkbox aktiviert, bucht das System den gesamten Prüflosbestand bei Loserzeugung in den Qualitätsprüfbestand.
  • Prüfung der HU – verwalten Sie Bestände in einem Lagerort mit Handling Units (HU), erzeugt SAP ein Prüflos bei der Erzeugung der HU.
  • Die Qualitätsprüfung Prüfen mit Mat. Spez. erfolgt auf Basis einer Materialspezifikation.

Materialspezifikation

Im Gegensatz zu Prüfplänen werden Materialspezifikationen werksübergreifend angelegt.

  • Bei der Option Prüfen mit Plan wird vor dem Hintergrund eines Prüf- oder Arbeitsplans geprüft, alternativ können die Grundlagen aber auch eine Materialspezifikation oder beide Plantypen gemeinsam sein. Eine Prüfung mit Prüfplan und Materialspezifikation wird dann eingesetzt, wenn ein Material in mehreren Werken produziert oder eingekauft wird und es hierbei sowohl werksspezifische als auch werksübergreifende Prüfungen gibt.
  • Wenn Sie das Kennzeichen Prüfen nach Konfig. setzen, werden bei der Prüfloserzeugung Konfigurationen aus dem Kunden- oder Fertigungsauftrag dahingehend berücksichtigt, dass die Prüfvorgaben aus dem Plan bzw. der Materialspezifikation ergänzt oder geändert werden.
  • Die Autom. Vorgabenzuord. besagt, dass Prüfvorgaben bei der Erzeugung des Prüfloses automatisch zugeordnet werden. Hierfür ist ein gültiger Prüfplan zum Material erforderlich.
  • Wird das Feld Merkmale prüfen aktiviert, kontrolliert das System bei Erzeugung des Prüfloses, ob Prüfmerkmale zum Material angelegt wurden.
  • Sind die im Customizing vorab zu definierenden Multiple Spezifik. aktiviert, arbeiten Sie für das entsprechende Material mit multiplen Spezifikationen. Dabei wird eine Prüfung, deren Ergebnis außerhalb der internen Spezifikation liegt, einem Kunden zugeordnet, der eigene Spezifikationsgrenzen festgelegt hat. Diese werden vorab im Customizing eingestellt. Bei der Chargensuche wird dann diese Charge eines Materials genau dem Kunden zugeordnet, der diese Limits fordert.
  • Wird an dieser Stelle ein Stichprobenverfahren (Stichprobenverf.) hinterlegt, können Sie das Material ohne gültigen Prüfplan kontrollieren. Sollte ein Prüfplan vorhanden sein, werden dessen Stichprobenverfahren mit dem in diesem Feld angegebenen materialabhängigen Verfahren überschrieben.
  • Möchten Sie für ein Material generell eine 100%-Prüfung durchführen, setzen Sie dieses Kennzeichen.
  • Prüfen Sie ein Material ohne Prüfplan, können Sie im Feld Prüfprozentsatz einen prozentualen Anteil der Losmenge angeben.
  • Ist das Zeichen StPrBerechn. Manuell gesetzt, erfolgt der Anstoß der Stichprobenberechnung manuell. Das kann z.B. notwendig sein, wenn zum Zeitpunkt der Loserzeugung die genaue Losmenge noch nicht bekannt ist.
  • Möchten Sie den Stichprobenumfang manuell eingeben, markieren Sie die Checkbox Stichprobe manuell. Das Kennzeichen wird jedoch nur dann berücksichtigt, wenn diese Prüfung ohne Bezug zu einem Plan oder einer Materialspezifikation durchgeführt wird.
  • Wenn Sie ein Material ohne Prüfplan prüfen, aber trotzdem ein Skip-lot-Verfahren (Prüfverzicht) einsetzen möchten, geben Sie eine Dynamisierungsregel (DynamisierRegel) an. Diese Regel passt den Prüfumfang dynamisch auf Basis des vorangegangenen Verwendungsentscheides an.
  • Das Kennzeichen Skips erlaubt muss dann gesetzt werden, wenn ein Prüfverzicht für dieses Material erlaubt ist. Ist das Kennzeichen nicht gesetzt, erfolgt kein Prüfverzicht, auch wenn die aktuelle Prüfstufe einen solchen vorsieht.
  • Soll der Verwendungsentscheid für Prüflose ohne Rückweisung per Hintergrundjob getroffen werden, muss dies über das Kennzeichen Autom. VerwEntscheid gestattet sein. Ist das Kennzeichen nicht gesetzt, bleibt das Material bei einem entsprechenden Batchlauf unberücksichtigt.
  • Weisen Sie mit der Option Serialnummern mögl. der gekauften oder produzierten Menge eines Materials Serialnummern zu, können Sie die Ergebniserfassung und den Verwendungsentscheid den jeweiligen Serialnummern zuordnen.
  • Mit der unter der Mittleren Prüfdauer angegebenen Anzahl von Tagen wird der Termin des Prüfloses berechnet dieser ist rein informativ und hat keinen Einfluss auf die Beschaffungs- bzw. Produktionsdisposition.
  • Es stehen verschiedene Verfahren zur Berechnung der Qualitätskennzahlen zur Verfügung, von denen eines in das Feld QKZ-Verfahren eingetragen werden muss (siehe Abbildung 2.57). Diese Verfahren wurden im Customizing definiert und lassen sich je nach Erfordernissen per Funktionsbaustein individuell anpassen. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist die Zuordnung der Qualitätskennzahl zum Verwendungsentscheid.

Abbildung 2.57: Detailinformationen zur Prüfart – QKZ-Verfahren

Abbildung 2.57: Detailinformationen zur Prüfart – QKZ-Verfahren

  • Kann in einem Prozess keine hundertprozentige Qualität erreicht werden, geben Sie unter Zul. Ausschussanteil den Anteil an, der bei der Berechnung der Qualitätskennzahlen unberücksichtigt bleiben soll.
  • Über die Steuerung der Loserzeugung (Strg. Loserzeugung) wird definiert, wann ein Prüflos erzeugt wird. Diese Definitionen sind abhängig von der Prüflosherkunft (vgl. Abschnitt »Steuerung der Prüfloserzeugung«).
  • Ist das Kennzeichen Individ. QM-Auftrag gesetzt, wird pro Prüflos ein QM-Auftrag erzeugt, auf den die Prüfkosten abgerechnet werden.
  • Im Feld QM-Auftrag lässt sich ein individueller QM-Auftrag eintragen, auf den alle Prüfkosten dieses Materials abgerechnet werden.

Steuerung der Prüfloserzeugung

Da die Steuerung der Loserzeugung ein sehr wichtiges Instrument ist, etwa um den Prüfaufwand zu minimieren, soll hier nochmals auf die verschiedenen Einstellmöglichkeiten eingegangen werden.

Die Beeinflussung der Loserzeugung ist abhängig vom SAP-Ereignis, zu dem das Prüflos ausgelöst wird (Prüflosherkunft). Die Steuerung ist bei Warenbewegungen mit folgenden Prüflosherkünften wirksam:

  • 01 – Wareneingang zur Bestellung (siehe Abbildung 2.58),
  • 04 – Wareneingang aus der Produktion (siehe Abbildung 2.59),
  • 05 – sonstiger Warenzugang,
  • 08 – Umlagerung.

Abbildung 2.58: Steuerung der Loserzeugung zur Prüfart 01, Wareneingang

Abbildung 2.58: Steuerung der Loserzeugung zur Prüfart 01, Wareneingang

Abbildung 2.59: Steuerung der Loserzeugung zur Prüfart 04, Produktion

Abbildung 2.59: Steuerung der Loserzeugung zur Prüfart 04, Produktion

Im Feld Strg. Loserzeugung können Sie eine der in Tabelle 2.5 gezeigten Einstellungen wählen.

Einstellung Bedeutung
blank Keine Loszusammenfassung: Zu jeder Wareneingangsbelegposition wird ein Prüflos eröffnet.
X
(nur für Prüflosherkünfte 01 und 04)
Zu jeder Bestellposition/Auftragsposition gibt es ein Prüflos, allerdings nur beim ersten Wareneingang pro Bestellposition/Produktionsauftrag.
Y
(nur für Prüflosherkunft 04)
Schon bei der Freigabe des Fertigungs- oder Prozessauftrags wird ein Prüflos der Prüflosherkunft 04 erzeugt (frühe Loseröffnung).
Damit können Sie die fertiggestellten Mengen bei laufender Produktion prüfen und nach der Wareneingangsbuchung im Prüflosbestand verwalten.
1
(ein Prüflos je Materialbeleg und Material)
Es wird zu einem Materialbeleg (d.h. innerhalb einer Wareneingangstransaktion) je Materialbeleg/Material nur ein Prüflos eröffnet. Dies kann bei der Bearbeitung mehrerer Bestellungen oder Teillieferungen desselben Materials innerhalb einer Wareneingangsbuchung vorkommen.
2
(nur für chargenpflichtige Materialien sinnvoll)
Je Material und Charge wird nur ein Prüflos eröffnet.

Tabelle 2.5: Einstellmöglichkeiten der Prüflossteuerung zu Prüflosherkunft 01 und 04

Verwendungsentscheid für eine vorgezogene Prüfung

Treffen Sie für ein vorgezogenes (frühes) Prüflos keinen Verwendungsentscheid, bevor Wareneingänge gebucht werden. Auch wenn dann die Bestandsmenge 0 angezeigt wird, ist der Status nicht »vollständig entlastet«. Dadurch werden nachfolgende Wareneingänge in den Bestand dieses Prüfloses gebucht. Sie müssen dieses Los anschließend über die Transaktion »Verwendungsentscheid ändern« manuell von der Bestandsmenge entlasten, also vom Qualitätsprüfbestand in den frei verfügbaren oder gesperrten Bestand umbuchen, auch wenn Sie keine weitere Prüfung durchführen.

Die Prüflossteuerung für die Auslieferungen zum Kunden ist für die folgenden Prüflosherkünfte wirksam (siehe Abbildung 2.60):

  • 10 – Lieferung zum Kunden mit Kundenauftrag,
  • 11 – Lieferung zum Kunden ohne Kundenauftrag,
  • 12 – Lieferung allgemein.

Abbildung 2.60: Steuerung der Loserzeugung zu Prüflosherkunft 10, 11 oder 12, Lieferung

Abbildung 2.60: Steuerung der Loserzeugung zu Prüflosherkunft 10, 11 oder 12, Lieferung

Für die Steuerung der Loserzeugung haben Sie die beiden in Tabelle 2.6 aufgeführten Einstelloptionen.

Einstellung Bedeutung
blank Je Hauptposition wird ein Prüflos und für jede Chargensplitposition ein Teillos eröffnet.
3
(nur für chargenpflichtige Materialien)
Die Hauptposition erhält nur dann ein Prüflos, wenn sie eine Charge hat. Sobald diese bekannt ist, wird je Chargensplitposition ein Prüflos eröffnet.

Tabelle 2.6: Einstellmöglichkeiten der Prüflossteuerung zu Prüflosherkunft 10, 11 und 12

2.2.2 Qualitätsinfosatz

Beschaffung

Darf ein Material nur von speziellen Lieferanten geliefert werden, muss für jeden freigegebenen Lieferanten ein Qualitätsinfosatz (Q-Infosatz) angelegt werden. Dieser steuert die weitere Bearbeitung des Materials auf Werksebene.

Bei der Anlage einer Bestellung oder Anfrage etc. prüft das System, ob ein Q-Infosatz für eine Material-Lieferanten-Kombination erforderlich und vorhanden ist.

Qualitätsinfosatz für Lieferant/Hersteller

Sofern Sie die Freigabe der Lieferbeziehung nicht nur auf den Lieferanten, sondern auch auf einzelne Hersteller (Herstellwerke des Lieferanten) ausweiten möchten, müssen Sie das via Herstellerteilenummer(HTN)-Verfahren machen.

Nutzen Sie für die Anlage oder das Ändern eines Q-Infosatzes die Fiori-App »Q-Infosatz anlegen« bzw. »Q-Infosatz ändern« (siehe Abbildung 2.61).

Abbildung 2.61: Verwaltung der Qualitätsinfosätze

Abbildung 2.61: Verwaltung der Qualitätsinfosätze

Sie kommen in die Sicht der Qualitätsinfosätze, in unserem Beispiel ist es die Sicht Qualitätsinfosatz ändern (siehe Abbildung 2.62).

Abbildung 2.62: Q-Infosatz ändern

Abbildung 2.62: Q-Infosatz ändern

Geben Sie das Material, den Lieferanten und das Werk ein, und drücken Sie auf die Enter-Taste.

Abbildung 2.63: Q-Infosatz – Freigabe

Abbildung 2.63: Q-Infosatz – Freigabe

Unter dem Reiter Freigabe werden die Freigabekriterien für die Beschaffung von Materialien eingestellt (siehe Abbildung 2.63).

Das Freigabedatum ist ein Pflichtfeld, es muss also eingegeben werden. Dieses Datum steuert, wie lange Bestellungen für ein spezifisches Material bei dem jeweiligen Lieferanten getätigt werden können.

Die Freigabe kann zusätzlich über das Feld Freigegebene Menge in dem Bereich Mengenfreigabe gesteuert werden. Das System summiert alle bereits bezogenen Mengen des Materials und hinterlegt diese im Q-Infosatz.

Werden die freigegebene Menge oder das Freigabedatum überschritten, ist keine weitere Bestellung dieses Materials bei dem entsprechenden Lieferanten mehr möglich.

In der Sektion Sperrung kann eine Lieferant-Material-Kombination aus Qualitätsgründen gesperrt werden (siehe Abbildung 2.64).

Abbildung 2.64: Sperrung eines Lieferanten für ein Material

Abbildung 2.64: Sperrung eines Lieferanten für ein Material

Ist eine dieser Sperrungen aktiviert, kann die beschriebene Aktion nicht mehr ausgeführt werden. Bei der Sperre Bestellung beispielsweise bekommt der Anwender bei der Anlage der Bestellung eine Meldung, dass der Lieferant aus Qualitätsgründen gesperrt ist. Die Bestellung kann nicht angelegt werden.

Sofern der Lieferant ein QM-System eingerichtet hat, kann dieses im Q-Infosatz hinterlegt werden. Ist im Materialstamm festgelegt, dass der Lieferant dieses Materials über ein bestimmtes QM-System verfügen muss, wird diese Information bei einer Bestellung ebenfalls geprüft.

Diese Prüfung lässt sich unter dem Reiter Prüfsteuerung über die Prüfsteuerung im Bereich Zertifizierung deaktivieren (siehe Abbildung 2.65 und Abbildung 2.66). Außerdem können Sie hier festlegen, ob die Wareneingangsprüfung für diese Material-Lieferanten-Kombination ausgesetzt werden darf (siehe Abbildung 2.66).

Abbildung 2.65: Q-Infosatz – Prüfsteuerung

Abbildung 2.65: Q-Infosatz – Prüfsteuerung

Abbildung 2.66: Prüfsteuerung – Detail

Abbildung 2.66: Prüfsteuerung – Detail

Für Produkte, die Sie vor dem Wareneingang prüfen möchten, können Sie eine Abnahmeprüfung durchführen. Diese kann zusätzlich zur regulären Wareneingangsprüfung erfolgen oder eine solche komplett ersetzen.

Um eine Abnahmeprüfung durchführen zu können, müssen Sie unter Abnahmeprf. Lieferant (siehe Abbildung 2.65) eine Prüfart Abnahmeprf. und eine Vorlaufzeit in Tagen angeben. Das System erzeugt ein Prüflos der eingetragenen Prüfart, wenn das Planlieferdatum der Lieferung abzüglich der Vorlaufzeit erreicht ist.

Abnahmeprüfung – Erzeugung Prüflos

Ist das geplante Lieferdatum (aus der Bestellung) der 21. November 2025 und die eingetragene Vorlaufzeit beläuft sich auf vier Tage, wird am 17. November ein Prüflos erzeugt.

Möchten Sie auf die Wareneingangsprüfung verzichten, setzen Sie zusätzlich das Kennzeichen Abnahme statt WE-Prf. Ein Prüflos zum Wareneingang wird allerdings dann eröffnet, wenn zu der infrage kommenden Lieferung keine Abnahmeprüfung durchgeführt wurde.

Sie haben die Möglichkeit einer schrittweisen Freigabe von Lieferbeziehungen. Hierfür lassen sich eigene Status definieren, die ein von einem bestimmten Lieferanten geliefertes Material durchlaufen muss – etwa Erstmuster, Vorserie oder Serie (siehe Abbildung 2.67). Die erzeugten Prüflose passen dann zum jeweiligen Status der Lieferbeziehung, die Status werden abhängig vom Verwendungsentscheid automatisch fortgeschrieben. Mit Erreichen des letzten Status gilt für alle Wareneingänge die Prüfart 01.

Abbildung 2.67: Q-Infosatz – Statusschema

Abbildung 2.67: Q-Infosatz – Statusschema

Statusschema zum Qualitätsinfosatz

Befindet sich eine Ware noch im Erstmusterprozess und für das Erstmuster wurde noch kein Verwendungsentscheid getroffen, ist keine weitere Wareneingangsbuchung erlaubt.

Wurde eine Qualitätsvereinbarung mit dem Lieferanten getroffen, hinterlegen Sie diese unter dem gleichnamigen Reiter (siehe Abbildung 2.68). Sie wird im Dokumentenmanagementsystem archiviert und mit dem Q-Infosatz verlinkt.

Dokumentenverwaltungssystem

Um Dokumente mit den verschiedenen Anwendungen zu verknüpfen, muss das Dokumentenmanagementsystem in SAP implementiert sein.

Abbildung 2.68: Q-Infosatz – Qualitätsvereinbarung

Abbildung 2.68: Q-Infosatz – Qualitätsvereinbarung

Gültigkeit des Qualitätsinfosatzes

Bestellungen, die vor der Anlage des Q-Infosatzes angelegt wurden, unterliegen nicht den dort festgelegten Steuerungsmechanismen.

Vertrieb

Der Qualitätsinfosatz Vertrieb steuert die automatische Eröffnung von Prüflosen beim Erstellen von Lieferpositionen.

Dazu müssen sowohl Kundenvorgaben definiert als auch Kundeninfosätze angelegt bzw. gepflegt werden.

Nutzen Sie für die Anlage oder das Ändern des Q-Infosatzes Vertrieb die entsprechende Fiori-App (siehe Abbildung 2.69).

Abbildung 2.69: Q-Infosatz – Vertriebsvorgaben zum Kunden

Abbildung 2.69: Q-Infosatz – Vertriebsvorgaben zum Kunden

Sie kommen in die Einstiegsmaske, in der Sie den Kunden und die Vertriebsorganisation eingeben, zu dem sie den Q-Infosatz anlegen möchten (siehe Abbildung 2.70).

Abbildung 2.70: Q-Infosatz Vertrieb anlegen – Einstieg

Abbildung 2.70: Q-Infosatz Vertrieb anlegen – Einstieg

Bestätigen Sie diese Angaben. Sie können im nächsten Bild für einen Kunden gleich mehrere prüfrelevante Vorgaben definieren. Diese gelten für alle an diesen Kunden gelieferten Materialien:

  • Der Parameter Lieferungstyp definiert den Freigabestatus des Kunden (Freigabe z.B. für Muster- oder Serienlieferung).
  • In dem Bereich Qualitätsprüfung (siehe Abbildung 2.71) legen Sie fest, zu welchem Zeitpunkt bzw. durch wen eine Qualitätsprüfung erfolgen soll – vor bzw. nach der Buchung des Warenausgangs oder durch den Kunden. Im letzten Fall wird kein Prüflos erzeugt.

Wird das Prüflos vor dem Warenausgang erzeugt, lässt sich der Warenausgang erst nach Treffen des Verwendungsentscheids buchen.

Abbildung 2.71: Q-Infosatz Vertrieb – Steuerungsdaten

Abbildung 2.71: Q-Infosatz Vertrieb – Steuerungsdaten

Über den Button Neuer Infosatz … am unteren rechten Rand des Bildschirms können Sie Steuerungsdaten für verschiedene Materialien vorgeben (siehe Abbildung 2.72).

Abbildung 2.72: Neuer Q-Infosatz zum Kunden

Abbildung 2.72: Neuer Q-Infosatz zum Kunden

Über den Button Dokumente (in Abbildung 2.72 markiert) verlinken Sie Qualitätsvereinbarungen und andere relevante Dokumente zum Q-Infosatz (siehe Abbildung 2.73).

Abbildung 2.73: Q-Infosatz zum Material mit verknüpftem Dokument

Abbildung 2.73: Q-Infosatz zum Material mit verknüpftem Dokument

2.2.3 Arbeitsplatz

Ein Arbeitsplatz in SAP QM entspricht einem Arbeitsplatz, wie er für die Ressourcenplanung im Modul PP (Produktionsplanung) verwendet wird. In SAP QM dient er allerdings hauptsächlich zur Identifikation von Prüfvorgängen.

Legen Sie einen QM-Arbeitsplatz über die entsprechende Fiori-App (siehe Abbildung 2.74) an.

Abbildung 2.74: Arbeitsplatz anlegen

Abbildung 2.74: Arbeitsplatz anlegen

Sie erreichen das Einstiegsbild (siehe Abbildung 2.75), in dem Sie das Werk, eine Kurzbezeichnung für den Arbeitsplatz und die Arbeitsplatzart eingeben.

Arbeitsplatzart

Mit der Arbeitsplatzart legen Sie fest, um welchen Arbeitsplatz es sich handelt (Qualität, Produktion, Instandhaltung). Abhängig von der Arbeitsplatzart werden entsprechende Daten gepflegt (Voreinstellung im Customizing).

Abbildung 2.75: Arbeitsplatz – Einstieg

Abbildung 2.75: Arbeitsplatz – Einstieg

Für einen QM-Arbeitsplatz genügt es, die Grunddaten zu pflegen (siehe Abbildung 2.76).

Abbildung 2.76: Arbeitsplatz – Grunddaten

Abbildung 2.76: Arbeitsplatz – Grunddaten

Neben der Angabe der Arbeitsplatzbezeichnung und der Arbeitsplatzart (Pflichteingaben) ist auch ein Eintrag in das Feld Planverwendung obligatorisch. Für einen Einsatz in Prüfplänen legen Sie am besten die Verwendung 002 – nur Prüfpläne (siehe Abbildung 2.76) fest, um die versehentliche Zuordnung des Arbeitsplatzes zu PP-Arbeitsplänen zu verhindern.

Arbeitsplatzart (siehe Abbildung 2.77) und Planverwendung (siehe Abbildung 2.78) können im Customizing an Ihre Bedürfnisse angepasst werden.

Abbildung 2.77: Arbeitsplatzart

Abbildung 2.77: Arbeitsplatzart

Abbildung 2.78: Planverwendung

Abbildung 2.78: Planverwendung

In der Sicht Vorschlagswerte (siehe Abbildung 2.79) können Sie Werte vorgeben, die beim Anlegen eines Prüfplans mit Arbeitsplatzzuordnung automatisch befüllt werden.

Abbildung 2.79: Arbeitsplatz – Vorschlagswerte

Abbildung 2.79: Arbeitsplatz – Vorschlagswerte

Über die Zuordnung eines Druckers im Feld Drucker Werkstattp. lassen sich relevante Papiere an einem definierten Arbeitsplatzdrucker ausdrucken. Dies ist dann von Vorteil, wenn die Qualitätsprüfung an verschiedenen Arbeitsplätzen durchgeführt wird und die jeweiligen Mitarbeiter über die an ihrem Platz durchzuführende Prüfung durch einen Ausdruck informiert werden sollen.

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    28.03.2026

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